IFOY Test Days 2017: Jury testet Finalisten des IFOY AWARD

 

Nicht jeder hat das Zeug zum IFOY. Nur wer eine echte Innovation zu bieten hat, tritt überhaupt an. Denn Versprechungen müssen hier bewiesen werden und nur wer die Nominierung und die berüchtigten Testreihen erfolgreich übersteht, darf sich "Best of Intralogistics" nennen.

Zum 5. Mal stellten sich die Finalisten des IFOY AWARD dem weltgrößten Intralogistik-Test. Elf Geräte und Komponenten der Hersteller Crown, Jungheinrich, kickTrike, SSI Schäfer, Still, Torwegge und UniCarriers haben es in diesem Jahr in die Endrunde des IFOY Award geschafft und traten in der Halle A3 der Messe München zum IFOY Test, zum IFOY Innovation Check und zum Jury-Test an. 

Mehr als 100 geladene Gäste, darunter verschiedene Test-Teams sowie 30 Juroren und zugelassene Berater aus Industrie, Logistikdienstleistung, Medien und Wissenschaft, waren nach München gereist, um zu testen oder die Tests live zu verfolgen.

Den Auftakt machten am ersten Jury-Testtag die Präsentationen von SSI Schäfer, Torwegge und Jungheinrich. SSI Schäfer und Identytec zeigten ihr 2Stack-FTS mit Auto-ID-Technologien und Software-basiertem eKanban. Das Team von Torwegge ging mit dem Fahrerlosen Schwerlast-FTS TORsten ins Rennen und Jungheinrich präsentierte seine Smartphone-basierte Indoor Ortung für Stapler.

Tag zwei stand ganz im Zeichen der Jury-Tests. Neben den Fahrtests des Multifunktionsgerätes WAV 60 von Crown und des Intralogistik-E-Bikes kickTrike wurden der Jungheinrich Elektrohochubwagen EMD 115i, der autonome Horizontalkommissionierer iGo neo CX 20 des Hamburger Herstellers Still sowie der Kommissionierstapler EPH 125 DTFV von UniCarriers intensiv gefahren. Schließlich standen noch der Schwerlast-Routenzug mit automatischer Be- und Entladung und die selbstkühlende PowerPlusLife Batterie von Still sowie der Driver Presence Sensor (DPS) von UniCarriers als Alternative zum Totmannschalter auf der Jury-Testliste.

Zuvor wurde bereits eine Woche lang gehoben, gefahren, gemessen und kommissioniert. Die elf nominierten Neuerscheinungen durchliefen in der 11.000 Quadratmeter großen Messehalle das rund 80 Kriterien umfassende IFOY-Testprotokoll sowie die Wertungen des IFOY-Innovation Checks. Letzterer wird vom Fraunhofer Institut für Materialfluss und Logistik (IML) in Dortmund und dem Lehrstuhl für Maschinenelemente und Technische Logistik der Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg durchgeführt und prüft insbesondere den Innovationswert der Geräte und deren Einordnung im Marktvergleich. Beurteilt werden Marktrelevanz, Neuheitswert, Kundenutzen und Art der Ausführung. Der praxisorientierte IFOY Test des niederländischen Fachjournalisten Theo Egberts misst die harten Fakten und vergleicht sie mit den einschlägigen Wettbewerbsgeräten. Beide Testreihen dienen der Jury als Entscheidungsgrundlage für ihr Votum.

Wer das Rennen machen wird, bleibt allerdings ein Geheimnis bis zum Schluss, in das auch die Hersteller nicht vor der Preisverleihung am Eröffnungstag der transport logistic in der Münchener BMW-Welt eingeweiht werden.

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Geschichten mit Frank Schnell

 

Gestern ist Frank Schnell gestorben. Wir waren 27 Jahre lang Kollegen und Konkurrenten, die sich sehr geschätzt haben. Als ich von seinem Tod hörte, sind mir als erstes Königin Silivia und die Logistics Hall of Fame in den Sinn gekommen, aber dazu später mehr. 

Als ich 1989 bei LOGISTIK HEUTE angefangen habe, war Frank Schnell schon eine Legende. Nicht nur irgendein Chefredakteur der Deutschen Verkehrs-Zeitung, er war der perfekte Chefredakteur. Er hat die DVZ zu seiner Zeit und mit seinen Mitteln großgemacht hat, er wurde am meisten vermisst als er nicht mehr da war und er hat die größten Spuren hinterlassen. Frank Schnell war die DVZ.

Lebenslustig, ein mitreißender Moderator, einer der sich nicht verbogen hat, allenfalls für seine Branche, die Logistik. Laut, lebenslustig, menschlich und überall dabei – auch das war Frank Schnell. Social Media, würde er sagen, ist etwas für diejenigen, die kein echtes Netzwerk haben.
1968 fing er bei der DVZ an, 1982 wurde er Chefredakteur und blieb es bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2002. Selbst danach war er seiner DVZ noch als Herausgeber verbunden. Fast 40 Jahre DVZ mag für manchen eine Strafe sein, für Schnell fiel es in die Rubrik Leben, das er im Übrigen in vollen Zügen genoss.

Ein typischer Redakteur war er nie, und das ist durchaus ein Kompliment. Schon die erste Redakteursregel, dass nämlich ein Chefredakteur Distanz wahren müsse, betrachtete er als Haarspalterei. Das sollten ruhig die anderen machen. Schnell hat nicht nur über die Branche berichtet, er war ein Teil von ihr – als Privatmann und Chefredakteur auf Du und Du mit der Logistik, und trotzdem professionell. Dafür hatte er eine andere erste Regel. Nämlich ein Blatt von der Branche für die Branche zu machen, das Sprachrohr der Transportlogistik zu sein. Es war das Geheimnis seines Erfolges und das der DVZ. Viele Redakteure haben den Stallgeruch durchaus kritisch gesehen, ganz im Gegenteil zur Logistikbranche, für die es ganz klar der USP war. 

Nicht weniger Anteil an seinem Erfolg hatte seine – käme er nicht aus Oldenburg, sondern aus Berlin – Schnauze, die zusammen mit einer gehörigen Portion Selbstbewusstsein, nicht nur bei der Recherche ziemlich entwaffnend wirkte. Als wir beide anlässlich der Olympiade in Athen nach einem nächtlichen Streifzug durch die griechische Hauptstadt noch für einen Absacker auf die Hoteldachterrasse aufgesucht haben, setzte sich Königin Silvia von Schweden an den Nebentisch. Andere wären vielleicht angesichts der Würde des Augenblicks beeindruckt gewesen, nicht Frank. „Guten Abend Königin Silvia“, rief er laut, „setzen Sie sich doch zu uns. Wie spreche ich Sie eigentlich richtig an?“ Das hört auch eine Königin nicht alle Tage. Sie setzte sich – entwaffnet - tatsächlich zu uns und meinte: Sie können „Ihre Majestät“ sagen und „aber mein Mann kommt auch noch.“ Der Abend war ein Erlebnis. Danke dafür, Frank!
Überhaupt wage ich eine Wette, dass es keine namhafte Bar gibt, in der Frank Schnell nicht schon gewesen wäre. Wenn er da war, hörte man es meistens schon von Weitem, woran es auch gelegen haben mag, dass wir uns ziemlich oft an der Bar getroffen haben.

Frank Schnell hatte auch einen nicht unmaßgeblichen Anteil an der Gründung der Logistics Hall of Fame. Er hat mir nämlich den Vortritt gelassen. Als wir am letzten Messetag der transport logistic 2002 unseren „traditionellen gemeinsamen Kontrollgang“ durch die Hallen machten – ich war Chefredakteurin der VerkehrsRundschau –, kam uns der damalige BLG-Chef, Detthold Aden, sichtlich aufgeregt geradewegs von einer der zahlreichen Preisverleihungen entgegen und es brach aus ihm heraus: "Hier bekommt mittlerweile jedes Logistikkonzept einen Preis, dabei gibt es so viele tolle Mensche, die die Logistik vorangebracht haben". Es folgte ein Satz, der eher wie ein Kommando klang: "Macht doch mal sowas wie ´ne Hall of Fame". Ich fand die Idee klasse, und Frank Schnell sagte „dann mach das doch“. Besonders gefreut hat mich, dass Schnell nach seiner Pensionierung regelmäßiger Gast der Logistics Hall of Fame-Gala war.

RIP, Franky, ich werde Dich niemals vergessen.

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